Die Beziehung des Hausmeisters zu Kindern

Hausmeister und Kinder – ein leider allzu oft missverstandenes Klischee. Dieses möchte ich mit diesem Beitrag erklären und ausräumen. Denn die Beziehung zwischen dem Hausmeister und Kindern ist gut – aus beiden Blickrichtungen.

Schutz ab dem ersten Lebenstag

Als Hausmeister liegen meine Verantwortlichkeiten in der Pflege und Instandhaltung der mir anvertrauten Immobilien sowie die Überwachung der Hausregeln. Zu diesen zählen auch die Einhaltung von Ruhezeiten. Wenn mitten in der Nacht laute Musik gehört oder die Löcher für die neue Fernsehhalterung gebohrt werden sollen – das geht gar nicht. Hier interveniere ich mit Nachdruck. Nicht zur Freude aller, aber ganz sicher der meisten Eltern von jungen Kindern.

Viele meiner Anlagen haben auch Spielplätze im Innenhof. Bei diesen achte ich nicht nur auf Sauberkeit und aktive Sicherheit, sondern auch auf den, leider von vielen Kollegen oftmals vergessenen, passiven Schutz. Natürlich sind Spielplätze kein Aufenthaltsort für Teenies in der Nacht, die bei ihren Partys Zigarettenkippen und zerbrochene Flaschen hinterlassen. Aber auch die Natur selbst birgt einige Gefahren für die Kleinsten. Daher bringe ich, nach Absprache mit den Eigentümern, an den Spielplätzen Sonnensegel an. So können auch Eltern mit Neugeborenen und Kleinkindern die Zeit an der Sonne genießen, ohne sich dem Risiko eines Sonnenbrandes auszusetzen. Beim Spiel mit Sand und Wasser sind die Kinder so begeistert, dass der Sonnenschutz vergessen wird. Sitzen die Mütter zusammen und plaudern miteinander, so bemerken auch sie erst dann die Gefahr, wenn die Haut bereits knallrot ist. Soweit muss es gar nicht kommen. Mit einem Sonnensegel werden die gefährlichen UV-Strahlen auf einer großen Fläche abgeschirmt und die Kinder können ungestört ihre Sandburgen bauen.

Freie Fahrt auf den richtigen Wegen

Wenn Kinder dann ihr erstes Dreirad, Roller oder Fahrrad bekommen, bin ich wieder gefordert. Natürlich macht es Spaß, im Rasen zu fahren. Stürze sind hier weit weniger schmerzhaft, als auf den Steinplatten der Wege. Aber diese Fahrten zerstören auch bei einem Körpergewicht von 15 Kilo den Rasen. Also bin ich als Verkehrspolizist aktiv und erkläre den Kindern, freundlich, aber bestimmt, die Regeln. Das klappt in dem Alter auch ganz gut. Probleme hatte ich da schon eher mit Eltern, die der Meinung sind, Kinder dürfen alles. Zum Sonnensegel installieren bin ich ihnen gut genug, aber anscheinend nicht für den Schutz der Grünflächen für alle Mieter. Na ja, Ausnahmen gibt es überall.

Abenteuerlust und Gefahren

Spannend wird die Beziehung zwischen Hausmeister und Kindern ab dem Alter von zehn oder zwölf Jahren. Dann sind es noch nicht die Partys auf dem Kletterturm, aber auch nicht mehr die Fahrradfahrten auf dem Rasen. Vielmehr entdecken dann einige der Kinder, in erster Linie die Jungs, ihren Abenteuerdrang. Da wird bei Nachbarn auf die Terrasse geklettert, gezündelt und abenteuerliche Fallen gebaut. Das geht natürlich gar nicht und dementsprechend streng greife ich hier ein und durch. Der Schutz der Privatsphäre ist auch von den Kindern zu lernen und zu akzeptieren. Zudem gibt es etliche Gefahren, die in diesem Alter oft unterschätzt werden. So ist ein Sonnensegel keine Rutschbahn! Die Stoffe sind zwar fest, um auch starken Stürmen standzuhalten, aber gewiss nicht, um einer Gruppe eine alternative Rutschbahn zu ermöglichen. Bislang konnte ich Unfälle vermeiden, aber ich bin nicht immer vor Ort und hoffe auch auf das Verständnis und die Fürsorgepflicht der Eltern.

Kommen die Kinder dann ins Teenageralter bin oft ich der Erste, der sie beim heimlichen Rauchen im Kellereingang erwischt. Vor mir gibt es dann ermahnende Worte. Ob sie es mit dem Rauchen lassen, oder sich nur eine andere Stelle suchen, weiß ich natürlich nicht. Aber in diesem Alter sind die Kinder auf jeden Fall in der Lage, Sauberkeit und Ordnung einzuhalten.

Insgesamt ist die Beziehung zwischen Hausmeister und Kindern ein großes Abenteuer. Es ist ein Geben und Nehmen, stets zum Wohl der Kinder und aller Anwohner.